Joseph Haydn wird am 31. März 1732 in Rohrau als Sohn eines musikliebenden Wagenbauers geboren. Bei einem Verwandten, dem Dorfschullehrer Franck in Hainburg, lernt er "bei kargem Brot und viel Schlägen die musikalischen Anfangsgründe samt andren Notwendigkeiten". Der Wiener Domkapellmeister Georg Reutter wird auf ihn aufmerksam und nimmt ihn als Sängerknaben in den Domchor von St. Stephan auf. Hier gedeihen erste Kompositionen, über die Haydn später humorvoll schreibt: "Ich glaubte, dass alles recht sei, wenn nur das Papier recht voll aussah. Reutter aber schalt mich, dass ich sechzehnstimmige Sätze komponierte, da ich noch nicht einmal den zweistimmigen Satz verstände."
Nach dem Stimmbruch ist Haydn im Stift zu nichts mehr nütze, und so setzt man ihn kurzerhand vor die Tür. Es folgt eine Zeit als Gelegenheitsmusiker, Kopist, Korrepetitor und Kammerdiener. Er lernt Leute kennen wie Nicola Porpora, Gluck, Metastasio (Glucks erster Librettist), Wagenseil oder Dittersdorf. Allerdings nicht als Gleichgesinnter, sondern in Porporas Diensten als "Mädchen für alles".
Durch grossen Fleiss und Beharrlichkeit fällt er auf, und mit 27 Jahren wird er Kammerkomponist und Musikdirektor des Grafen Morzin in Lukavec bei Pilsen. Die veränderte wirtschaftliche Lage ermutigt ihn, eine Ehe zu gründen. Die Geliebte, eine Tochter des Friseurs Keller, erwidert leider nicht seine Gefühle. So lässt er sich von Keller überreden, seine ältere Tochter Marianne zu ehelichen. Einer der wenigen Fehltritte, die Haydn in seinem langen Leben begehen wird, denn seine Frau stellt sich schon bald als wahrhaftige Xanthippe heraus. Doch Haydn erträgt sein Ehejoch mit Humor ein Leben lang. Ein kleiner Kanon verrät seine Einstellung: "Ein einzig böses Weib lebt höchstens in der Welt. Nur schlimm, dass jeder seins für dieses einzige hält."
1761 löst Graf Morzin seine Kapelle auf. Haydn tritt in die Dienste des Fürsten Esterhazy. Unter dessen Nachfolger Fürst Nicolaus übernimmt er die vakante Stelle des Kapellmeisters auf Schloss Esterhaza. Dreissig Jahre lang beschert ihm diese sichere Stellung ein geregeltes Einkommen und die Möglichkeit, seine Kunst entfalten zu lassen.
Nach dem Tode des Fürsten folgt Haydn einer Einladung nach London, der bald darauf eine zweite Reise folgt. Hier entstehen die Londoner Sinfonien, und hier erhält er durch Händels Oratorienaufführungen Anregungen zu seinen eigenen Oratorien "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten". Nach einem beispiellosen Erfolg in England kehrt er zurück nach Wien, welches er nicht mehr verlässt. Seine 6 späten Messen entstehen hier ebenso wie seine letzten Sinfonien und Streichquartette. Mit Haydn stirbt 1809 ein in ganz Europa verehrter Musiker.
Die Nelson-Messe (Missa in angustiis) Text der Messe
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