Der Höhepunkt des Konzerts ist die Aufführung der umfangreichsten der zahlreichen Messen Mozarts, der Missa in c, KV 427 für Doppelchor, 2 Sopran-Soli, Tenor- und Bass-Solo und Orchester. Kurz bevor Mozart am 4. August 1782 Constanze Weber heiratete, gelobte er, zum Dank eine gross angelegte Messe zu schreiben. Nach fünf Monaten berichtete er seinem Vater in einem Brief, dass sie schon halb beendet sei. Vorläufig blieb es allerdings dabei: im Juli 1783 reiste er mit einer nur halbfertigen Partitur von Wien nach Salzburg. Vermutlich vollendete Mozart die Messe dort nicht, sondern ergänzte sie mit Sätzen aus früheren Messkompositionen, als Ende Oktober in der Stiftskirche St. Peter die erste und einzig sicher bekannte Aufführung zu Lebzeiten des Komponisten stattfand. Seine Frau Constanze sang dabei die Sopran-Soli, wie aus einem Tagebucheintrag von Mozarts Schwester Nannerl herausgeht.
Musikalisch zeichnet sich das Werk durch eine ausgeprägte intalienità aus: gleich drei grosse, Constanze zugedachte Sopran-Soli (im „Christe Eleison“,“ Laudamus te“ und „Et incarnatus est“) mit einer fast konzertanten Vokalvirtuosität komponiert der Meister. Daneben findet aber auch die Auseinandersetzung mit der Musik Händels und Bachs seinen Niederschlag: Das „Qui tollis“ für Doppelchor mit den barocken Doppel-Punktierungen und der absteigenden Chromatik, das „Jesu Christe“ mit der anschliessenden, fast 200-taktigen Doppelfuge „Cum Sancto Spiritu“ oder die Doppelfuge des „Hosanna“ wären ohne das Vorbild Bachs kaum denkbar gewesen. Wie souverän Mozart diese beiden so gegensätzlichen Stile beherrschte, zeigen vor allem das Duett „Domine Deus“ und das Terzett „Quoniam tu solus Sanctus“, in denen die kontrapunktische Strenge der Begleitung und die lyrische Kantabilität der Singstimmen in wunderbarem Einklang miteinander stehen.
Als Kontrast zu diesem monumentalen Werk stehen im ersten Konzert-Teil kürzere Komposition aus neuerer Zeit auf dem Programm. Dabei werden selten aufgeführte Raritäten von englischen Komponisten - die hübsche, dreisätzige Brook Green Suite von Gustav Holst, sowie die verträumte Chordichtung Serenade to Music von Ralph Vaughan Williams – mit einer Uraufführung des Capriccio für Orchester von Beat Dähler kombiniert. Als Bindeglied zum zweiten Teil dient die berühmte und herrliche Motette für Sopran und Orchester Exsultate jubilate, KV 165 von Wolfgang Amadeus Mozart.
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